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Karlheinz Schmid
Ausstellung 50 Jahre danach
Schon der Titel der Schau zeugt vom geschichtlichen
Bewußtsein, vom politischen Engagement der Autoren:
"50 Jahre danach", eine Installation der Marburger
Künstler Clemens Mitscher und Richard Stumm, ist
eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus, mit
der Zerstörung von Kultur. "Für uns ist das Grauen
nicht darstellbar", sagt Mitscher, und so haben
die beiden Künstler versucht, Symbole für das Pathos
der Nationalsozialisten zu finden. Vom 9. Oktober
bis zum 12. November werden im Waldecker-Saal des
Marburger Schlosses Rauminstallationen gezeigt,
die den kulturellen Kahlschlag in den dreißiger
Jahren kommentieren. Unter der Obhut des Marburger
Universitätsmuseums für bildende Kunst zwingen Mitscher
(Jahrgang 1955) und Stumm (Jahrgang 1949) unterschiedlichste
Objekte zur Einheit, zum raumgreifenden Environment,
darunter ein Hakenkreuz aus Strohballen und eine
Reihe von Eisenbahnschwellen. Während das Hakenkreuz
zur harmlosen Sitzecke degradiert wird, erinnern
die ursprünglich unbelasteten Eisenbahnschwellen
in diesem Zusammenhang an die Deportation der Juden
in die Konzentrationslager. Eine verdienstvolle
Ausstellung, meilenweit entfernt vom Kunstmarkt
und seinen Gesetzen.
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